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Rügen

Mit dem Wohnmobil an die Ostsee und auf die Insel Rügen

Im Sommer 2002 entschlossen wir uns (zwei Erwachsene, zwei Kinder und ein Hund),mit dem Wohnmobil die Ostseeküste, insbesondere die Insel Rügen näher kennenzulernen. Klimatisch scheint der östliche, vor allem nordöstliche Bereich Deutschlands in den letzten Jahren stärker vom sommerlichen Kontinental-Hoch begünstigt zu sein als die anderen Regionen. So auch in diesem Jahr: während das übrige Deutschland unter Regenwetter litt, erlebte Nordostdeutschland einen Bilderbuchsommer – zu unserem Glück.

Zunächst fuhren wir einen nach ADAC- und DCC-Führern hochbewerteten Campingplatz in Börgerende ( ca. 12 km westlich von Warnemünde) an. Unseres Erachtens erfüllten lediglich die Sanitäranlagen die hohen Erwartungen, weniger die Lage und sonstige Gestaltung des Platzes. Die Bezeichnung „naturbelassenes Gelände“ in den verschiedenen Führern erweist sich in natura als ziemlich verwahrlostes Geläuf, was nicht Jedermanns Sache ist. Weiterer Nachteil: größere Ortschaften weit entfernt wie Bad Doberan (8 km, Warnemünde 12 km, Rostock 25 km). Außerdem ist der Platz wenig geeignet für Hundebesitzer, weil man teilweise lange Wege bis zum Ausgang hat, ohne die Möglichkeit, einen Nebenausgang benutzen zu können. Wer seine Erwartungen an die 5-Sterne-Plätze im süddeutschen Raum knüpft, wird enttäuscht sein.  Man kann allerdings schöne Radtouren an der Küste entlang machen, nach Warnemünde zum Beispiel, oder mit der Molli-Bahn nach Bad Doberan tuckern.

 

 

Vorteilhaft ist die unmittelbare Nähe (50 m) zum relativ schmalen Strand, der teilweise mit Kieselsteinen bedeckt ist. Gastronomie und Grundversorgung sind okay, die Sanitäreinrichtung , wie gesagt, überdurchschnittlich. Wohnmobilplätze sind auf dem eigentlichen Campingplatz nicht gesondert ausgewiesen. Lediglich ein sogenannter Wohnmobilhafen befindet sich wenig attraktiv vor der Schranke.

 

 

Von Börgerende ging es weiter in Richtung Insel Rügen. Entlang der Bundesstraße gibt es mehrere große Einkaufszentren mit wohnmobiltauglichen Parkplätzen (nach US-Vorbild) zur Aufnahme von Proviant. Über Stralsund mit dem üblichen Stau gelangten wir auf die Insel Rügen und orientierten uns über Bergen Richtung Südosten, genauer gesagt zu dem Örtchen Thiessow.

Dort liegt auf der Landzunge und entlang der Straße der relativ preisgünstige und gepflegte Campingplatz „Ostsee-Oase“.  Der Einfahrtbereich ist äußerst großzügig und ansprechend gestaltet. Die Plätze sind teilweise wunderbar gelegen mit Blick zum Hafenbereich und zum Sonnenuntergang, im übrigen in lockerer Kieferbewaldung. Die Plätze  zur Straße hin leiden tagsüber unter dem Straßenlärm, der allerdings abends deutlich abnimmt und nachts keine Rolle spielt. Wohnmobile können überall abgestellt werden.

 

Der sehr breite, auch in Hundebegleitung nutzbare Sandstrand liegt etwa 100 m entfernt. Er ist über mehrere Ausgangstore, für die man Schlüssel erhält, zu erreichen. Dabei muß man die nicht gut einsehbare Hauptstraße überqueren, weshalb Kinder diesen Weg nicht allein gehen sollten.

Der Campingplatz eignet sich als Ausgangspunkt sowohl für Wanderungen ( z.B. nach Klein-Zwicker und Groß-Zwicker) als auch für Fahrradtouren ( z.B. nach Göhren = 8 km , Binz = 20 km, Putbus = 20 km). Surfer kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

Versorgung, Sanitäranlagen, Gastronomie sind okay. Besonders zu empfehlen ist das unauffällige Fischlokal im Hafenbereich.

Alles in Allem waren wir mit diesem Platz mehr als zufrieden.

Von Thiessow aus setzten wir die Reise fort in Richtung Norden entlang der Ostküste mit einem Zwischenstopp in Binz, dem wohl lebendigsten Küstenstädtchen auf Rügen. Hier ist Promenieren und ein wenig Shopping angesagt. Die Anzahl der Straßenlokale ist enorm.

 

 

 

 

Es ging sodann weiter zum Kap Arcona, , dem nördlichsten und geschichtsträchtigtsen Punkt der Insel Rügen. Etwa 1,5 km von dem eigentlichen Kap entfernt wird der Verkehr abgefangen und auf eine große Parkplatzanlage geleitet. Hier übernachteten wir mit vielen anderen Wohnmobilfahrern (Preis 5 Euro/Nacht).

 

 

 

Vom Parkplatz aus gingen wir zu Fuß zum Kap, nahmen die Sehenswürdigkeiten wahr, spazierten weiter an der Steilküste entlang den Weg nach Vitt , dem unter Denkmalschutz stehenden und ältesten Ort Rügens. Dort speisten wir zu Abend im bekannten Lokal „Goldener Anker“ – na ja.

 

 

Auf dem Arcona-Parkplatz tauschten die Wohnmobil-Trucker abends ihre Erfahrungen und Anekdötchen aus. Am anderen Morgen mußte um 9 Uhr geräumt werden.

 

 

 

 

Als nächste Station suchten wir den Regenbogen-Camp-Platz Dranske-Nonnevitz auf. Der Platz liegt strandnah in einem naturgeschützten Waldgelände. Bei der ersten Inspizierung irritierte uns zunächst die Lage des abgesonderten Wohnmobilplatzes in direkter Anbindung an Waschhäusern, Dumpstation etc.. Im Nachhinein können wir für diesen Platz allerdings eine Empfehlung aussprechen, wenn auch die Anzahl der Wohnmobilstellplätze mit ca. 15 sehr begrenzt ist.

Der vom Wohnmobilplatz etwa 150 m entfernte, über den Campingplatz fußläufig zu erreichende Sandstrand ist traumhaft schön. Die Versorgung ist wie auf den anderen Plätzen in Ordnung.

 

Die Umgebung bietet Wander- und Radelmöglichkeiten, wenngleich größere Attraktionen für die weibliche Kauflust fehlen.

 

Von Dranske ging es langsam Richtung Heimat. Wir nahmen die Wittower Fähre und fuhren über Stralsund nach Rostock. Am dortigen Stadthafen kann man wunderbar parken und ist in wenigen Minuten zu Fuß in der City.